Ulrichskirche

UNSERE KIRCHE - ein Haus mit offenen Türen!

Unsere Kirche ist werktags außer Dienstags, während der Sommerzeit von 16:30 Uhr bis 18:00 Uhr und während der Winterzeit von 15:00 Uhr bis 16:30 Uhr geöffnet, auch in den Ferien . Kommen Sie doch einfach vorbei und nutzen Sie den Raum der Stille. Offen ist immer die Türe Richtung Gemeindehaus.

 

(kurzer geschichtlicher Abriss)
 
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Es gibt keine genauen Datierungen über die Vorgängerkirchen unserer heutigen Ulrichskirche. Sicher ist nur, dass schon vor 1267 an der Stelle des heutigen Gotteshauses eine Pfarrkirche gestanden hat, von der vermutlich der romanische Unterbau des heutigen Turmes noch erhalten ist. Am 4. Januar 1267 nämlich schenkten die Grafen von Spitzenberg das Patronatsrecht der Süßener Pfarrkirche dem Prämonstratenserkloster Adelberg, das zudem noch weitere Besitzungen in Süßen erhielt und die Geschicke der kirchlichen Entwicklung in Großsüßen in oft dramatischer Weise bis weit in die Reformationszeit hinein bestimmte. Die damalige Kirche wurde 1449 im 3. Schwäbischen Städtekrieg mit dem größten Teil Groß- und Kleinsüßens zerstört und bis 1496 im spätgotischen Stil neu errichtet.

Ulrichskirche, in der Marktstraße 12

Sie erhielt um diese Zeit eine reiche Innenausstattung, u. a. einen um 1507 von Bartholomäus Zeitblom gemalten Hochaltar, dessen Plastiken mit den Bildhauern Jörg Syrlin d. J., Michel Erhart und Daniel Mauch in Verbindung gebracht werden. Ungefähr zur selben Zeit, als an der Nordseite des Gotteshauses um 1510 der von einem Schüler Tilman Riemenschneiders geschaffene Ölberg entstand, taucht erstmals der Name "St. Ulrichskirche" auf, nach dem Bischof Ulrich von Augsburg, dem auch die Ulrichskapelle des Klosters Adelberg geweiht ist.

Ölberg

Noch während der Ausschmückung der Kirche im Inneren (auch drei herrliche Glasfenster aus der Ulmer Schule waren in die Südwand eingesetzt worden), begannen die Auswirkungen der Reformation, die für unsere Kirche und die Einwohner Großsüßens, aber auch Kleinsüßens, einschneidende, oft schmerzliche und verwirrende Änderungen brachten.
Die Reichsstadt Ulm hatte 1531 nach einer Untertanenbefragung die Reformation nach Basler Muster eingeführt und wollte diesen Schritt so schnell wie möglich auch in ihren Landgemeinden vollziehen. Dies aber war für Großsüßen ein kompliziertes Unterfangen, da zwar die weltliche Macht weitgehend in den Händen der Reichsstadt lag, das Patronatsrecht aber, also das Recht zur Einsetzung der Geistlichen, beim katholischen Kloster Adelberg, das zudem der weltlichen Macht der Württemberger unterstand. Erschwerend kam hinzu, dass Württemberg damals von einem österreichischen Stadthalter regiert wurde, da Herzog Ulrich von 1519 bis 1534 im Exil lebte. So kam es, dass von jenem Pfingstsonntag 1531 an, da alle Süßener Gemeindeglieder nach Gingen "zitiert" worden waren, um das neue Evangelium aus ulmischer Sicht zu hören, drei Jahre lang kein eigentlich reformierter, sondern ein vom Kloster Adelberg bestellter Messpriester den Gottesdienst versah, zeitweise in einer Mischung aus calvinistischer, lutherischer und katholischer Lehre. 
 
Mit der Rückkehr Herzog Ulrichs, der Aufhebung des Klosters Adelberg und der Einsetzung des kurzfristig im lutherischen Glauben unterwiesenen Pfarrers Joachim Macher begann eine erste 13-jährige Epoche reformatorischen Glaubens und relativer Ruhe, in der die Süßener Kirche vor allem vor schlimmeren Plünderungen durch die von Ulm ausschwärmenden Bilderstürmer verschont blieb, so dass der Hochaltar, die Fresken und der Ölberg erhalten blieben.

 

Während des Interims nach dem Schmalkaldischen Krieg zog mit Joachim Wenger noch einmal ein katholischer Priester aus dem Kloster Adelberg in Süßen ein (1548 bis 1557). Doch von da an wirkte sich der Augsburger Religionsfriede aus, und die Ulrichskirche blieb fortan protestantisch lutherischer Prägung.

 

In den Jahrhunderten danach bis heute hat unsere Gemeinde, allein schon durch ihre geographische Lage im Filstal, viel Schweres durch Kriege, Plünderungen und Pest erleiden müssen. Besonders hart trafen Kirche und Ort die Durchzüge einiger weniger Marodeure während des Spanischen Erbfolgekrieges.


Am 16. Juli 1707 brannte die Kirche samt einem Drittel aller Wohngebäude nieder, wurden die Kleinodien des Innern - der Hochaltar, die Fresken, die Fenster - ein Raub der Flammen. Rasche Hilfe aus Ulm und tatkräftige Mithilfe der Einheimischen machten es möglich, dass schon im November desselben Jahres wieder Gottesdienst gehalten werden konnte, wenngleich der Großteil der Inneneinrichtung erst im Laufe der Jahre fertiggestellt wurde.

 

Unsere Ulrichskirche von heute ist jene von 1707 mit nur wenigen Veränderungen im Innern (die heutige Kanzel etwa wurde erst 1906 an ihrem jetzigen Platz angebracht). Eine gründliche Außenrenovierung wurde 1986/87 in die Tat umgesetzt. Seither bildet unsere Kirche zusammen mit Ölberg, Gemeindehaus und Pfarrhaus ein eindrucksvolles Ensemble.
Zu Beginn des neuen Jahrtausends wurde nach sorgfältigen Planungen eine Innenrenovierung durchgeführt. Die spätbarocke Empore wurde erhalten. Die Kirche wurde heller und leichter, die Bänke wurden durch Einzelstühle ersetzt und der feste Altar durch einen beweglichen Altartisch. Dies erlaubt eine flexible Gestaltung des Kirchen- und Chorraums nach den jeweiligen Erfordernissen der Gottesdienste. Am 1. Advent 2003 fand der erste Gottesdienst in der neu gestalteten Ulrichskirche statt.

Innenaufnahme nach der Renovierung 2003

Den Abschluss der Renovierung bildete der Einbau der neuen Scharfe-Orgel, die im Februar 2004 in einem Festgottesdienst eingeweiht wurde.

Die Orgel

 

Im Jahre 2015 wurde die Heizung der Kirche erneuert und an die Pelletheizung des Gemeindehauses angeschlossen. An der Kirchhofmauer wurde eine Absturzsicherung angebracht, am Chorraum der Kirche wurde eine Sockelsanierung durchgeführt.

 

 

 

 

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Vorstellung der Gemeinde

 
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Foto der Ulrichskirche